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Fotografie & DSGVO

Im Mai 2018 wird die EU-Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) in Kraft treten und regeln, unter welchen Umständen personenbezogene Daten erhoben, gespeichert sowie verwendet und weitergegeben werden dürfen. Das wissen wir (also die bloggenden Menschen unter uns) ja mittlerweile sicher alle und arbeiten fleißig daran unsere jeweiligen Internet-Präsenzen entsprechend anzupassen. Für Fotografen, Presse & Künstler ändert sich jedoch vermutlich noch ein bisschen mehr.

Das Recht, Fotos mit darauf abgebildeten Personen zu veröffentlichen, wurde bisher durch das sogenannte Kunsturhebergesetz (KUG) von 1907 geregelt, welches diesbezüglich über dem alten Bundesdatenschutzgesetz stand. Besser bekannt vermutlich als „Recht am eigenen Bild„, nach welchem grundsätzlich (bis auf wenige Ausnahmen) immer eine Einwilligung des Abgebildeten zur Veröffentlichung eines Fotos erforderlich ist. So weit so gut. So weit so sinnvoll.

Durch die DSGVO wird jedoch  die Aufnahme (nicht nur die Veröffentlichung) von Personen zu einer Handlung zur Erhebung personenbezogener Daten, womit sie dann unter die DSGVO fällt. Ob die Personen auf genannten Aufnahmen klar erkennbar sind oder nicht, ist dabei unerheblich.  Die Konsequenz daraus ist, dass der Fotograf schon vor der Aufnahme jede möglicherweise auf den Aufnahmen erscheinende Person um (schriftliche also nachweisbare) Erlaubnis bitten müsste. Man stelle sich das mal auf einem Konzert ( wo ja auch gerne ins Publikum fotografiert wird) oder bei einem Sportereignis (jubelnde Fanblöcke)  vor. In der Praxis ist das eher schwierig bis überhaupt nicht umsetzbar.
Auch Verträge mit abgebildeten Personen (TFP etc.)  sind nach der DSGVO nachträglich kündbar, sprich nicht mehr auf Dauer wirksam.

Das Problem dabei ist, dass durch die DSGVO die Kunst- und Pressefreiheit sowie die Berufs- und die persönliche Freiheit der Bildgeber verletzt und die Dokumentation des Zeitgeschehens unmöglich gemacht wird. Es gibt bisher keinerlei Ausnahmeregelungen, die die Pressefreiheit (von nicht in institutionalisierten Medien tätigen Fotografen), die Kunstfreiheit der Kunstfotografen oder die persönlichen Rechte von Erstellern privater Handy- und oder Kamera-Aufnahme berücksichtigen. Es werden Bereiche der Fotografie wie z.B die Veranstaltungsfotografie in der Zukunft nicht mehr möglich sein, da die DSVGO das bisherige Hausrecht der Veranstalter ausgehebelt wird. Selbst die legale Fotografie belebter Landschaft wird eingeschränkt, da die DSVGO auch Vorab-Freigaben von nicht erkennbaren Personen verlangt.

Datenschutz ist überaus wichtig,ganz klar! Aber das darf nicht dazu führen, dass einem ganzen künstlerischen und journalistischen Bereich auf einen Schlag sämtliche Bewegungsfreiheit genommen wird!
Daher hier unsere Petition an das Europaparlament, den Bundestag & die Landtage




 Bitte unterzeichnet und lest außerdem diese weiterführenden Artikel:

Aus Fotos werden Daten (Freelens) | DSGVO und Fotobusiness (Fotorecht Seiler)  | Veröffentlichung von Fotos – Was ändert sich mit der DSGVO? (Datenschutzbeauftragter-info.de)

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8 Kommentare

  1. Hallo

    Am Rande hatte ich da vor kurzem bereits mal etwas mitbekommen. Umso erstaunter bin ich nun über Deine klaren Worte zu dem Thema.. Werde mich da auch mal einlesen und kann nur hoffen das mehr als 5.000 die Petition unterzeichnen!

    Viele Grüße
    Nadine

    • Mir war es bis vor kurzem selbst auch nicht bekannt (’nur‘ zum Thema Blogger etc.) aber wenn man einmal gezielt googelt bekommt man recht viel Info. Siehe auch die verinkten Beiträge 🙂

      LG

  2. Omg das ist ja furchtbar. Ich wusste gar nicht wie weit die DSGVO greift.

  3. Wirklich interessant. Ich muss sagen, dass ich mich damit noch nicht wirklich beschäftigt habe – es ist total an mir vorbei gegangen. Umso interessanter, deinen Artikel zu lesen.:)

    Liebste Grüße,
    Carmen <3

    • Dankeschön liebe Carmen!
      Ich finde es tatsächlich krass wie wenig man teilweise darüber weiß….

  4. Ach, aus dem ganzen DSGVO wird man auch nicht so wirklich schlau. Vieles ist ja schon immer so gewesen und erst jetzt rühren sich manche Blogger. Aber vieles, was nun neu dazukommt ist absoluter Müll. *meine Meinung*. Ich finde, man übertreibt einfach in diesem Punkt und es ist einfach schade, es Unternehmen so schwer zu machen.

    Alles liebe

    • Ja ich stimme dir zu Grade für Blogger und ‚kleine Leute‘ ist sehr viel sehr ungenau und wir müssen einfach abwarten… Was mich ehrlich gesagt mega nervt…

      Grüßchen

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